{"id":51,"date":"2011-10-06T15:34:54","date_gmt":"2011-10-06T13:34:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.poetrycorner.de\/?p=51"},"modified":"2011-10-06T15:34:54","modified_gmt":"2011-10-06T13:34:54","slug":"aufregungen-oder-das-menschliche-prinzip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/?p=51","title":{"rendered":"Aufregungen oder das menschliche Prinzip"},"content":{"rendered":"<p>wie es mir k\u00fcrzlich vorkam, unterliegt einem Denkfehler, dachte ich.<\/p>\n<p>Im Grunde aber hat nichts in der Sch\u00f6pfung einen Fehler, denn alles basiert auf einer gewissen Logik oder einem Ursache-Wirkungs-Prinzip. Immerhin ist alles miteinander verbunden, so dass nichts geschehen kann, ohne das es vorher schon durch etwas anderes (sei es eine bewusste Handlung oder ein &#8222;vermeintlich&#8220; unbewusstes Geschehnis) auf den Weg gebracht wurde.<\/p>\n<p>An welcher Stelle also hat sich der Fehler eingeschlichen oder \u00a0ist er in der Schw\u00e4che des menschlichen Geistes begr\u00fcndet?<\/p>\n<p>Wieso also, frage ich mich, sind viele Menschen im Umgang mit Diversit\u00e4t so verstiegen?<br \/>\nWarum beharren Menschen <em>so sehr<\/em> auf dem, was sie\u00a0f\u00fcr das allein Richtige halten?<\/p>\n<p>Glaubenss\u00e4tze entstehen durch Erfahrungen und R\u00fcckschl\u00fcsse, die sich in Form von Lernen manifestieren. Es sind Erfahrungen, die in einer bestimmten Situation von einer bestimmten Person gemacht wurden. Aber k\u00f6nnen wir immer davon ausgehen, das der R\u00fcckschluss, den wir aus dieser jeweiligen Erfahrung gezogen haben, der Richtige war?<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen es nicht. Die Erfahrung ist individuell.\u00a0Es h\u00e4tte durchaus auch anders ausgehen k\u00f6nnen. Die Wahrscheinlichkeit begr\u00fcndet noch nicht die Wahrheit.<\/p>\n<p>Wie also kann ich einen Schluss, ja gar einen Glaubenssatz aus einer Erfahrung ziehen und erwarten, dass andere mir und diesem Glaubenssatz folgen?<\/p>\n<p>Ich kann es nicht. Und was wichtiger ist, ich kann den anderen nicht vorhalten, das sie mir nicht folgen.<\/p>\n<p>Es geht also nach wie vor nicht um das gro\u00dfe und ganze Bild, sondern nur um die Rechtfertigung einzelner, verinnerlichter Ansichten und individueller Erkenntnisse.<\/p>\n<p>Glaubenss\u00e4tze also, die \u00fcber die Erfahrungswirklichkeit des Einzelnen Einzug in das Denken und Handeln der Mehrheit genommen haben und so zu einem Kanon geworden sind.<\/p>\n<p>Dies ist noch nichts Besonderes und wir alle leben und erleben es allt\u00e4glich.<\/p>\n<p>Wenn wir aber auf einer einzelnen Ansicht, einem Blick, einer Wahrheit zu einer bestimmten Sache beharren, so sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.<\/p>\n<p>Wo bleibt in diesem Zusammenhang der Freiraum f\u00fcr kreative Entwicklung innerhalb des Denkens, wo bleibt die Inspiration?<\/p>\n<p>Wir haften nach wie vor inneren Glaubenss\u00e4tzen an und k\u00e4mpfen mit blinder Vehemenz an deren Umsetzung und an der \u00dcberzeugung oder Missionierung anderer Individuen. Blind f\u00fcr deren kreative Entwicklung, die bestenfalls diverse weitere M\u00f6glichkeiten zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wirklich von Erfolg gekr\u00f6nt sind die Freigeister ihrer jeweiligen Zeit. Dogmen, wie sie mir in der letzten Zeit vermehrt begegnen sind ein Grund daf\u00fcr, warum so viele Ideen leider in ihrer Zeit ersterben m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Der Dogmatismus<\/strong><\/p>\n<p><em>Wie kann ich mich mit etwas identifizieren, das ich nicht bin, wenn ich doch alles bin oder einfacher ausgedr\u00fcckt, wenn doch alles verbunden ist und demnach alles &#8222;Eins&#8220; ist?<\/em><\/p>\n<p><em><\/em><br \/>\nWenn ich mich vom Beginn meines Erdenlebens an nicht mit dem identifizieren kann, was ich bin, was f\u00fcr mich zutrifft, bin ich &#8230; zum Beispiel ein angstvoller Mensch. Das <em>Ich<\/em> ist mir fremd. Ich bin <em>mir<\/em> entfremdet.<br \/>\nAngst aber geh\u00f6rt zum Leben auf der Erde. Wir alle erLeben dieses Gef\u00fchl irgendwann in unserem Leben. N\u00e4mlich dann, wenn uns ein Ph\u00e4nomen, eine Begebenheit oder auch nur ein Gedanke zu bedrohen scheint. Wir sp\u00fcren die Bedrohung durch das Au\u00dfen als einen Teil der Entfremdung im Innen, weil wir die Antwort nicht kennen oder besser die Wahrheit nicht.<\/p>\n<p><strong>Ist die Angst m\u00f6glicherweise nur eine Illusion?<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong><br \/>\nUnd nehmen wir nicht <em>in der Wahrheit<\/em> nur den Schatten der Dinge wahr, weil wir ausserstande sind das Licht wahr nehmen zu k\u00f6nnen und demnach nicht in der Lage sind, uns mit dem was wir eigentlich sind zu identifizieren? Wir hatten einfach keine M\u00f6glichkeit dazu.<\/p>\n<p>So halten wir uns also in der vermeintlichen Mitte, indem wir uns an Dogmen binden. Anstatt den Versuch zu starten, den Weg \u00fcber den schmalen Grad, den Weg der Mitte, \u00a0zu beschreiten, binden wir uns an Glaubenss\u00e4tze, mit denen andere bereits gute Erfahrungen <em>(f\u00fcr sich)<\/em> gemacht haben.<\/p>\n<p>Wir beobachten die anderen und \u00fcbernehmen ihre Lehrs\u00e4tze oder vielmehr, wir sind in Teilen sogar gezwungen die Lehrs\u00e4tze anderer zu \u00fcbernehmen, um in der Gesellschaft unbeschadet <em>zu Recht<\/em> zu kommen. Je nach Sozialisation \u00fcbernehmen wir unterschiedliche Lehrs\u00e4tze und Dogmen. Wir sind dabei jedoch nicht in der Lage die eigene Wahrheit zu finden oder als solche zu erkennen.<\/p>\n<p>Und schon sind wir angehaftet und nehmen uns als getrennt von der Sch\u00f6pfung wahr. Wir sind nicht mehr frei.<\/p>\n<p>Es bleibt nicht aus, das wir uns auf diese Art von unserer eigenen Mitte entfernen, entfremden und verlaufen. Was bliebe uns anderes \u00fcbrig?<\/p>\n<p>Ich frage mich aber gerade, wozu all diese Aufregung?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wie es mir k\u00fcrzlich vorkam, unterliegt einem Denkfehler, dachte ich. Im Grunde aber hat nichts in der Sch\u00f6pfung einen Fehler, denn alles basiert auf einer gewissen Logik oder einem Ursache-Wirkungs-Prinzip. 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