{"id":286,"date":"2011-10-22T22:09:02","date_gmt":"2011-10-22T22:09:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.poetrycorner.de\/?p=286"},"modified":"2011-10-22T22:09:02","modified_gmt":"2011-10-22T22:09:02","slug":"die-letzte-yogastunde-vor-dem-quantensprung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/?p=286","title":{"rendered":"Die letzte Yogastunde vor dem Quantensprung."},"content":{"rendered":"<p><strong>Die andere Seite des Mondes ist.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Eine Ausstellung \u00fcber Frauen wie Hannah H\u00f6ch, Claude Cahun, Dora Maar, Sophie Arp, Sonia Dellaunay&#8230;<br \/>\n<span style=\"font-size: 8pt;\"><br \/>\n<em>[ (20.10.2011 &#8211; 05.02.2012 Im K 20, D\u00fcsseldorf) wer kennt diese Frauen?<br \/>\nFestzustellen bleibt: kaum jemand kennt sie (Ich gestehe, ich z\u00e4hle dazu), es ist nur wenig \u00fcber sie zu finden, in der einschl\u00e4gigen Literatur. Warum nicht? Wer hat sie bislang versteckt oder nur in bestimmten Sparten sichtbar gemacht, die anderen verborgen blieben? Wer hat daf\u00fcr gesorgt, dass man(n) sie nicht kennt? Wer hat daf\u00fcr gesorgt, dass sie nur im Zusammenhang mit M\u00e4nnern wie Picasso, Arp, Dellaunay zu finden sind?<\/em><\/span><\/p>\n<p><em>Ein anderes Beispiel: Es gab eine Zeit, da habe ich mich in Buchhandlungen umgesehen und nach Lyrikerinnen gesucht. Auch nach Lyrikerinnen der Gegenwart. Ich fand in erster Linie M\u00e4nner und vor allen Dingen keine Frauen der Avantgarde. Sp\u00e4ter habe ich mich anderen Themen zugewandt &#8211; Noch heute bleiben mir die Lyrikerinnen verborgen.]<\/em><span style=\"font-size: 9pt;\"><em><br \/>\n<\/em><\/span><br \/>\nZeitungspapierschnipsel finden ihren Weg auf graue Pappe. Unspektakul\u00e4r fliegen sie zun\u00e4chst zur\u00fcck. Sp\u00e4ter kleben sie an festen Stellen. Farben tauchen auf und wiederholen sich, tauchen ab.<br \/>\nDann werden sie eine Geschichte. Die Farben reihen sich aneinander, Bilder entstehen, Worte fallen.<br \/>\nEine N\u00e4he entsteht &#8211; eine N\u00e4he zum Bilderbuch entsteht.<br \/>\nDas Bilderbuch erz\u00e4hlt die Geschichten auch auf ganz \u00e4hnliche Weise. DADA.<br \/>\nDas Buch f\u00fcr wache Kinder und erwachende gro\u00dfe Leute.<\/p>\n<p>Das Zeichnen sollten Sie aber beherrschen.<\/p>\n<p>Die Geschichte von den Bildern ist dann vielleicht wahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rosas Bartok ist.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Ein Mann und eine Frau tanzen \u00fcber eine B\u00fchne.<br \/>\nZwei Fl\u00fcgel im Hintergrund Musik. Es riecht nach Kernseife. Der Geruch ist irritierend. Aber der Ort war schlie\u00dflich jahrzehntelang <span style=\"font-size: 16pt;\"><strong>Kernseifenland. B\u00fchne jetzt.<\/strong><\/span> Das macht der Raum ganz gut. Das macht den Raum ganz gut.<\/p>\n<p>Aufregender Tanz von zwei Menschen unaufgeregt getanzt. Absto\u00dfend und anziehend. Verschiedene Wege gehend und verschoben worden k\u00f6nnen sie sich niemals lassen. Sie ziehen sich magnetisch an, sie kleben fest aneinander, sie fliegen auseinander. Magnetismus, Gravit\u00e4t. Mikrokosmos.<br \/>\nEine Geschichte \u00fcber ein normales Paar. Liebe und Hass.<\/p>\n<p><strong>Dissonante Musik ist.<\/strong><\/p>\n<p>Zwei M\u00e4nner sitzen an Steinway-Fl\u00fcgeln. Das ist sicher etwas ganz Besonderes. Sie sitzen dort, in angespannter Haltung, Anz\u00fcge angezogen auf ein Notenblatt blickend. Zwei berockte M\u00e4dchen helfen ihnen beim Umbl\u00e4ttern. Ich verstehe sie nicht aber ich h\u00f6re sie sehr wohl. \u00a0Meine Ohren h\u00f6ren sie. Sie h\u00f6ren Kl\u00e4nge. Mein Gehirn schaltet sich aus dabei.<br \/>\nDie Kl\u00e4nge k\u00f6nnen meine H\u00f6rgewohnheiten nicht erreichen. Die Musik kann meine Seele nicht erreichen.<br \/>\nDas hei\u00dft NICHTS. Wohlweislich fehlt mir der Intellekt und die Begabung es zu begreifen. Das macht NICHTS.<\/p>\n<p>Ich erinnere Hape Kerkeling und das <strong><em>Hurz<\/em><\/strong>. Auch ein Weg.<br \/>\nWie (<em>er)<\/em>kennt man die<strong> Wahr<\/strong>heit in der Kunst?<\/p>\n<p><strong>Cello ist.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Vier Frauen tanzen. M\u00e4dchenhaft turntanzen sie um die Wette.<br \/>\nEine ist steif, eine ist schlaksig, eine ist geistreich und eine besteht nur aus Tanz, ist reif.<br \/>\nSie freuen sich an ihren Bewegungen und l\u00e4cheln zuweilen inszeniert. Es riecht nach wie vor nach Kernseife. Vier wundersame T\u00e4nzerinnen fliegen zu Streichmusik. Ohne Landung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.poetrycorner.de\/wp-content\/uploads\/102211_2208_DieletzteYo1.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Applaus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><br \/>\nDie letzte Yogastunde vor dem Quantensprung ist.<\/strong><\/p>\n<p>Der Sonnengru\u00df. <em>Ehre sei dir, Sonne. <\/em><br \/>\nSei in Einzelteile zerlegt als Hilfe beim Loslassen.<\/p>\n<p>Wir \u00fcben das noch. Die Kobra. Der Hund. Die Vorbeuge. Der Schulterstand sp\u00e4ter dann auch. Der Kopfstand vielleicht einmal.<br \/>\nWie dem auch sei, heute l\u00f6sen sich die Asanas auf und in diesem besonderen Fall m\u00f6glicherweise Wassereinlagerungen im Fersenbereich aus.<\/p>\n<p>Dies wiederum f\u00fchrt zu einer massiven Entz\u00fcndung des Fu\u00dfes\/der F\u00fc\u00dfe, was wiederum dazu f\u00fchrt, dass das Gehen eingeschr\u00e4nkt ist\/sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Fortbewegung wird zur Qual und zwangsl\u00e4ufig unterlassen. Stillstand.<\/p>\n<p>Geduld ist gefragt &#8211; r\u00e4uchern. Mit Beifu\u00df.<\/p>\n<p>Derweil<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zaches genannt Zinnober und der Rat Krespel ist.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Eine Erz\u00e4hlung von E.T.A. Hoffmann nimmt den Leser an die Hand und f\u00fchrt ihn, ohne dass er es wollte, in ein anderes Land, in dem die Psyche regiert.<\/p>\n<p>Dort sind wir in der Lage uns auszutoben.<\/p>\n<p>Das wird ein Fest. Das wird Freud gefallen haben. Vor allem beim Auff\u00fcllen von Schubladen.<br \/>\nBei Hoffmann ist f\u00fcr jeden was dabei.<\/p>\n<p>Der b\u00f6se Zaches, armes Kind. Von der Natur vergessen pah und trotzdem rattenscharf hinter dem Erfolg der <em>A<\/em>nderen her. Tststs<br \/>\nWinselnder b\u00f6ser Bursche. Habe Mitleid mit ihm.<\/p>\n<p>Genau wie mit dem Rath Krespel der die Stimme Antoniens gestohlen hat und sie in die Geige einsperrte und der die Geige dann spielte f\u00fcr den Tod in den L\u00fcften, da liegt man nicht eng.<\/p>\n<p>Schriller Rath, b\u00f6ser Rat. Beeindruckend durch seinen Freigeist, denn er schl\u00e4gt seine Fenster in das Haus. Einfach dort, wo sie ihm grade eben gefallen. Konsequent.<\/p>\n<p>Hauptsache es werde Licht bevor dann der Sandmann kommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Melancholia ist.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Auch so eine Sache.<\/p>\n<p>Ein Planet XYZ der sich auf die Erde zubewegt. Oder vielleicht auch an ihr vorbei bewegt er sich?<br \/>\nDa wird man traurig. Da neigt man das Haupt zur Brust. Da schwinden die Sinne und die Fantasie.<\/p>\n<p>Melancholisch kann ja auch sch\u00f6n sein. Die zahlreichen Ebenen, die dieser Film bedient m\u00f6gen oberfl\u00e4chlich anmuten aber vielleicht darum ist er so faszinierend, dass man am Ende denkt, Jupiter kommt n\u00e4ch(s)tens auf uns zu.<\/p>\n<p>Schaut mal in den Nachthimmel. Was ist das da hinten f\u00fcr ein heller Stern \u00e4h Planet<br \/>\noder?<br \/>\nImmerhin wurde ein paar Lichtjahre entfernt ein neuer Planet geboren, sagt man(n).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>SkipBo ist.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Ein Synonym f\u00fcr das SPIELEN an und f\u00fcr sich analog dem Finanzcrash oder dem materialistischen Weltbild oder wie immer man es besingen mag.<\/p>\n<p>Merke: Es ist <span style=\"font-size: 8pt;\"><em>[&#8222;nicht&#8220;]<\/em><\/span> wichtig dem n\u00e4chsten Spieler in die Karten zu schauen. Es ist <span style=\"font-size: 8pt;\"><em>[&#8222;nicht&#8220;]<\/em><\/span> notwendig gegeneinander zu spielen und andere Mitspieler auszutricksen.<\/p>\n<p>Der Fokus auf den n\u00e4chsten Spieler beschleunigt <span style=\"font-size: 8pt;\"><em>[verlangsamt]<\/em><\/span>das eigene Spiel.<\/p>\n<p>Der eigene Vorteil und Wohlstand ist <span style=\"font-size: 8pt;\"><em>[&#8222;nicht&#8220;]<\/em><\/span> das wonach wir streben.<\/p>\n<p>Eine moderne Variante w\u00e4re es vielleicht, wir versuchen es mal gemeinsam\u00b2.<\/p>\n<p>Aber das ist <span style=\"font-size: 14pt;\"><em>wahr<\/em><\/span><span style=\"font-size: 8pt;\">scheinlich<\/span> zu kompliziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die andere Seite des Mondes ist. Eine Ausstellung \u00fcber Frauen wie Hannah H\u00f6ch, Claude Cahun, Dora Maar, Sophie Arp, Sonia Dellaunay&#8230; [ (20.10.2011 &#8211; 05.02.2012 Im K 20, D\u00fcsseldorf) wer kennt diese Frauen? Festzustellen bleibt: kaum jemand kennt sie (Ich&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.poetrycorner.de\/?p=286\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[7,13,19,32,35,49],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/286"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=286"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/286\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.poetrycorner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}